Offene Formate für offene Lehr- und Lernmaterialien

Am 30. November fand im Feierwerk in München ein SpeedLab mit dem Titel ‚Open Education – Wem gehört die Bildung?‚ statt. Organisiert wurde das Ganze von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Kooperative Berlin. Erklärtes Ziel war es neue Perspektiven in die Debatte um freie Bildungsmaterialien zu tragen und die unterschiedlichen Akteure miteinander in Kontakt zu bringen.

Der Vortrag von Jan Neumann vom Hochschulbibliothekszentrum NRW machte unmittelbar klar, dass eine isolierte Betrachtung von Open Educational Resources (OER) im Bildungskontext gar nicht möglich ist. Damit Materialien überhaupt vollständig genutzt werden können, ist es zunächst einmal nötig sie zu erstellen (Autorentools). Dann irgendwo abzulegen (Repositorien) und sie dann auffindbar zu machen, damit von einer Bereitstellung die Rede sein kann (Suchmaschine & Webportal). Die Grafik von Jan Neumann stellt einen Versuch dar, das System OER anhand von Kategorien abzubilden (Lizenz: CC-BY-SA 3.0 unported).Um sicherzustellen, dass eine Bearbeitung der zuvor erstellten, abgelegten und gefunden Inhalte auch weiterhin möglich ist, müssen die entsprechenden technischen Voraussetzungen gegeben sein. Ein proprietäres Dateiformat beispielsweise schließt diejenigen vom Bearbeitungsprozess aus, die nicht die vom Ersteller definierte Software zur Bearbeitung besitzen. OER soll aber gerade die Möglichkeit bieten über finanzielle, soziale und technische Grenzen hinweg alle Menschen an seinen Bildungsvorteilen zu beteiligen. Sie stehen damit in der Tradition der Bewegung rund um Freie und Open Source Software (FOSS), welche historisch betrachtet auch so etwas wie die Mutter von OER und auch Open Access (OA) ist.

Offene Dateiformate hingegen, wie sie von FOSS genutzt werden, orientieren sich nicht an einem Wirtschaftsmodell, welches durch die Festlegung auf ein Format den Nutzer dazu zwingt mit einem von der jeweiligen Institution festgelegten Werkzeug zu arbeiten und dafür in den meisten Fällen auch entsprechend zu bezahlen. FOSS ist damit zwar keine notwendige Bedingung für den ganzheitlichen Einsatz von OER, stärkt sie aber sowohl technisch, als auch ideell.

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